
Die Dissertation von Dr. Yiqi Yang untersucht Paul Celans dichterisches Werk mit besonderem Fokus auf den Gedichtband Atemwende. Im Zentrum steht die Frage nach der Möglichkeit von Sprache und Dichtung nach der Shoah. Aufbauend auf dem Begriff Gestus (Brecht, Benjamin, Agamben) entwickelt die Studie das Konzept des Gestuswandels, um Celans poetische Ausdrucksweise als Prozess der Transformation zu beschreiben. Die Arbeit zeigt, dass Celans Lyrik nicht nur individuelle Erfahrungen reflektiert, sondern als Zeugnis für historische und existentielle Dimensionen fungiert. Damit leistet sie einen Beitrag zum Verständnis der modernen Literatur nach Auschwitz und zur Weiterführung der Diskussion über Sprache als Medium des Zeugnisses.