
Vom Begründer dieses Handbuches war ursprünglich nicht geplant gewesen, die Pterosauria mit aufzunehmen. Die Gründe hierfür sind in «Die fossile Wirbeltierklasse Pterosauria» (O. KUHN 1967) dargelegt: Auf Grund ihres Haarkleides und der damit verbundenen Warmblütigkeit könne man die Pterosaurier nicht bei den Reptilien belassen. Diese Auffassung war nicht neu. Bereits SEELEY (1866) vertrat die Ansicht, daß die Pterosaurier eine eigene Subklasse seien, die zwischen Reptilien und Saugetieren (als Saurornia) zu stellen waren. Auch HAEKKEL (1895), NOPCSA (1916) und WIMAN (1924) forderten fi.ir die Pterosaurier die Homoiothermie und folglich die Errichtung einer den Vögeln gleichwertigen Wirbeltierklasse (vgl. BAKKER 1975; DESMOND 1975). In osteologischer Hinsicht sind die Pterosaurier trotz vieler Besonderheiten Archosaurier (WELLNHOFER 1976 ). Ob man sie aufgrund ihrer Warmblütigkeit von den Reptilien trennen soll, ist eine Frage der Definition der Klasse Reptilia. Nach E. KUHN-SCHNYDER (1974) stellen die Reptilien eine Entwicklungsstufe der Wirbeltiere dar. Sie können während ihres ganzen Lebens auf dem Land leben und sind weder Vögel noch Saugetier. Warmblütigkeit wird auch für andere Reptilien angenommen. Bei den Pterosauriern hangt sie mit der speziellen Anpassung an eine aktiv fliegende Lebensweise zusammen. Das ist mit Leistungssteigerungen bei den Stoffwechsel- und Gehirnfunktionen und den Sinnesorganen verbunden. Die Pterosaurier werden deshalb hier als eine Ordnung innerhalb der Subklasse Archosauria im Sinne von ROMER (1956) dargestellt. Herr Dr. C. C. YOUNG, Peking, versah mich freundlicherweise mit Angaben über die chinesischen Pterosaurierfunde. Herr Dr. R. WILD, Ludwigsburg, stellte mir bereitswilligst aus seiner im Druck befindlichen Untersuchung von Eudimorphodon die Gattungsdiagnose und eine Schädelrekonstruktion zur Verfügung. Herr H. FRANK, München, fertigte die Zeichnungen zu den Abbildungen 22, 24, 28 und 29. Den genannten Herren sei an dieser Stelle bestens gedankt.