
In ihren Gedichten sucht Jenny Julind nach dem Herzen, das selten geworden ist in der heutigen Welt. Doch ohne Ehrlichkeit lässt sich das nicht finden: Sie fahndet unter Geröll nach der Erinnerung, gräbt nach eigenen Fehlern („Ich hatte mein / Gewissen gefaltet / Auf ca. 30 x 30“) und weiß um die Verantwortung in Wörtern („Ist ein Wort / Ein Bekenntnis / Der Lippen / Oder ein Vehikel / Deiner Seele“). Wohin gelangt man, wenn man vor sich selbst wegläuft? Welche Chance bietet sich noch am Abgrund? Es sind schonungslos sanfte Hinweise, die aus den fünfundzwanzig Gedichten hervorleuchten wie Glühwürmchen auf einer Nachtwanderung. Auf der Reise in die Tiefe begegnen Küken, scheinbar unvermeidliches Plastik und nicht zuletzt die Sterne…