
Der wirtschaftliche Erfolg Roms beruhte nicht allein auf militärischer Expansion oder politischer Organisation. Hinter den Handelsströmen, Großgütern und monumentalen Bauwerken stand ein System permanenter Zwangsarbeit, das nahezu jeden Bereich des Imperiums durchdrang. Dieses Buch untersucht die zentrale Bedeutung der Sklaverei für die Infrastruktur und Produktionskraft des römischen Reiches. In Bergwerken, auf Latifundien und bei öffentlichen Bauprojekten bildeten versklavte Menschen das Fundament wirtschaftlicher Stabilität. Ohne ihre Arbeit wären Rohstoffgewinnung, Nahrungsmittelversorgung und urbane Expansion kaum möglich gewesen. Besonderes Augenmerk gilt den Mechanismen, mit denen Rom diese Abhängigkeit organisierte und absicherte. Militärische Eroberungen lieferten neue Arbeitskräfte, während Handelsnetzwerke Menschen systematisch in ökonomische Güter verwandelten. Gleichzeitig entwickelte das römische Recht detaillierte Regelungen über Besitz, Freilassung und begrenzte wirtschaftliche Teilhabe ehemaliger Sklaven. Die Geschichte der römischen Größe erscheint dadurch zugleich als Geschichte eines Systems, das Wohlstand aus dauerhafter Unfreiheit erzeugte.