
Gegenstand dieses Buches ist Denis Diderot als Kunstkritiker – genauer: Diderot im Medium der Correspondance littéraire, jenem eigentümlichen Nachrichten- und Reflexionsraum, den Friedrich Melchior Grimm für einen exklusiven europäischen Leserkreis geschaffen hatte. Über wenige Jahre hinweg – kaum mehr als ein halbes Jahrzehnt – lässt sich hier mit seltener Deutlichkeit beobachten, wie sich Kunstkritik aus gelegentlicher Stellungnahme zu einer eigenständigen, ja professionellen Praxis verdichtet. Nicht als Disziplin im akademischen Sinn, sondern als neue Form geistiger Aufmerksamkeit, als Schreibweise zwischen Anschauung, Urteil und gesellschaftlicher Wirkung.