
Die Debatten um Restitution – die Rückgabe geraubter Kulturgüter an ihre Herkunftsgesellschaften – nehmen Fahrt auf. Museen, Missionswerke und andere Einrichtungen stehen vor der Herausforderung, die koloniale Vergangenheit ihrer Sammlungen aufzuarbeiten. Die vorliegenden Beiträge greifen diese brisanten Fragen auf: Wie können Objekte aus kolonialen Kontexten zu »entangled objects« werden – zu Medien des interkulturellen Dialogs über ihr Erbe? Wie lässt sich ihre verflochtene Geschichte dekolonisieren und den Herkunftsgesellschaften perspektivisch Kuratierung und Eigentum zurückgeben? Museumsexpert:innen, Theolog:innen, Ethnolog:innen debatieren innovative Ansätze – geteilte Kuratierung, zirkulierende Bestände oder digitale Sammlungen auf Augenhöhe – und regen zum Gespräch ein, wie dieses schwierige Erbe bewahrt, als Repräsentanten anderer Wissenssysteme neu bewertet und zugleich vom kolonialen Blick befreit werden kann.