Detail

Drucken

Gletscher

Autor
Salgado, Sebastião

Gletscher

Untertitel
Herausgegeben von Lélia Wanick Salgado. Mit einem Essay von Elisa Palazzi. Aus dem Italienischen von Achim Wurm
Beschreibung

Mit den hier vorliegenden, im Laufe seines epochalen Fotoprojekts Genesis entstandenen 65 Duotonaufnahmen der arktischen Gletscherwelt hat der 2025 verstorbene Ausnahmefotograf Sebastião Salgado posthum einer bezaubernden, jedoch äußerst zerbrechlichen und bedrohten Landschaft ein überaus eindrucksvolles Denkmal gesetzt.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Prestel Verlag, 2025
Seiten
128
Format
Gebunden mit 65 Duotonaufnahmen
ISBN/EAN
978-3-7913-9414-5
Preis
45,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Sebastião Salgado (1944-2025) war ein brasilianisch-französischer Dokumentarfotograf und Fotojournalist. Er wurde durch seine eindrucksvollen Schwarzweiß-Bilder bekannt, in denen er Umweltprobleme und die oft unmenschlichen Bedingungen prekärer Arbeit festhielt. Ursprünglich war er als Wirtschaftswissenschaftler ausgebildet worden, doch in den 1970er Jahren wechselte er zur Fotografie. Er arbeitete mit Agenturen wie Magnum Photos zusammen, bevor er zusammen mit seiner Frau Lélia Wanick Salgado Amazonas Images gründete. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Workers (1993), Migrations (2000) und Genesis (2013), ein Projekt, das unberührte Naturlandschaften und indigene Kulturen in den Mittelpunkt stellt. Seine Arbeiten wurden weltweit mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Salgado zählt zu den einflussreichsten Fotografen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Lélia Wanick Salgado (geb. 1947 in Vitória, Espírito Santo) ist eine brasilianische Umweltschützerin, Buchdesignerin und Szenografin.

Elisa Palazzi ist Professorin für Klimaphysik und Klimawissenschaften an der Universität Turin. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den Auswirkungen des durch die Klimakrise bedingten Temperaturanstiegs in Gebirgsregionen. In diesem Bereich hat sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht und vertritt ihren Forschungszweig auf Konferenzen, in Radio und Fernsehen sowie in ihrem Podcast und auf sozialen Medien.

Zum Buch:

Endlose, zu einer Momentaufnahme erstarrte Eislandschaft. Weiße, archaische Ödnis. Raue Kälte. Unterhalb der Abbruchkante des Schelfeises die aufgewühlte See, unentwegt an deren Grundfesten nagend; und Sturmschwalben, jähe Schatten vor der sich auftürmenden Wand aus weißem Schiefer, die sich im auflandigen Wind wie mühelos bewegen.

Die gewaltige, wie gefältelte Eismasse eines Gebirgsgletschers, die sich auf einer Breite von mehreren Meilen unermüdlich talwärts durch das Fjordbett wälzt, dabei Moränen und Toteisseen zurücklässt – wie zu Anbeginn der Zeit.

Was auf den ersten Blick wie ein riesiger Schwarm von Staren wirkt, der sich vor dem Hintergrund eines aschgrauen Himmels bewegt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine Kolonie von Kaiserpinguinen: nicht hunderte, sondern abertausende Tiere, auf nacktem Fels und dunklen Schneewechten zum Brüten versammelt oder sich wie Lemminge hintereinander in die anbrandende See stürzend.

Von der Schelfeiskante gelöste Eisberge, der eigenen Last wie überdrüssig, Kathedralen aus Eis, gravitätisch durch das arktische Nordmeer treibende, von Wind und Gezeiten gezeichnete Giganten.

Mit den 65 Duotonaufnahmen, die im Laufe seines epochalen Fotoprojekts Genesis entstanden sind und nach seinem Tod im Jahr 2025 von seiner Frau Lélia Wanick Salgado herausgegeben und mit einem aufschlussreichen Essay der Klimaforscherin Elisa Palazzi versehenen wurden, hat der Ausnahmefotograf Sebastião Salgado posthum einer bezaubernden, jedoch äußerst fragilen und bedrohten Landschaft ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt.