Detail

Drucken

Der vergessene Widerstand

Autor
Lehnstaedt, Stephan

Der vergessene Widerstand

Untertitel
Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Holocaust
Beschreibung

Sabotageakte, Attentate oder organisierte Selbsthilfe: der jüdische Widerstand während des Nationalsozialismus drückte sich in verschiedensten Formen aus, und doch sahen die mutigen Frauen und Männer ihre oberste Pflicht darin, zu überleben, um sich dadurch der Politik ihrer Häscher zu widersetzen. Stephan Lehnstaedt gibt nun einen Überblick über die verschiedenen Formen jüdischen Widerstands im NS-Staat und vor allem im nationalsozialistisch besetzten Europa.
Der vergessene Widerstand füllt eine ungemein wichtige Lücke im Verständnis des Holocaust.
(ausführliche Besperchung unten)

Verlag
C.H.Beck, 2025
Seiten
383
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-406-83030-3
Preis
28,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Stephan Lehnstaedt ist Professor für Holocaust- und Jüdische Studien an der Touro University Berlin. Zudem tritt er regelmäßig als Experte in Funk und Fernsehen auf und schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, den Tagesspiegel sowie die Jüdische Allgemeine. Im Beck Verlag sind noch weitere Bücher von ihm erschienen:
2024 Der Warschauer Aufstand 1944 .
2019 Der vergessene Sieg. Der Polnisch-Sowjetische Krieg 1919–1921 und die Entstehung des modernen Osteuropa .
2017 Der Kern des Holocaust. Bełżec, Sobibór, Treblinka und die Aktion Reinhardt.

Zum Buch:

Sommer 1942. Im tschetschenischen Luhatschowitz betritt der Jude Max Mannheimer trotz der Ausgangssperre den hiesigen Kurpark, reißt alle vorhandenen Verbotsschilder aus dem Boden, auf denen „Für Juden verboten!“ steht, und entkommt ungesehen im Dunkel der Nacht.

Max Mannheimer ist nur einer von vielen Namen, die im Gedächtnis der Geschichte des Nationalsozialismus nicht vorkommen. Namen wie Niuta Tajtelbaum, Anda Luft oder Turia Bielski. Und dennoch gebührt ihnen sowie zigtausend anderen der Respekt der Nachwelt, denn all diese Frauen und Männer waren Widerstandskämpfer, ob mit der Waffe oder dem Stift in der Hand.

Es gibt keine Tradition jüdischer Kriegsführung, und kaum jemand in der jüdischen Widerstandsbewegung verfügte über eine militärische Ausbildung. Dennoch verübten diese mutigen Menschen Sprengstoffanschläge, Attentate und Sabotageakte, bildeten Netzwerke innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen, riefen zur Resistenz im Alltagsleben auf, verfassten Pamphlete und Aufrufe, organisierten überlebenswichtige Formen der Selbsthilfe und sammelten und versteckten unzählige Beweismittel für die grausame Herrschaft des Naziregimes – und das stets unter größtem persönlichen Risiko.

Und dennoch bestand für sie die oberste Pflicht darin, einfach nur zu überleben, um sich dadurch gegen die Politik ihrer Häscher zur Wehr zu setzten.

Lehnstaedt gibt einen Überblick zur Geschichte des jüdischen Widerstands während des Nationalsozialismus – sowohl in Deutschland als auch im besetzten Europa. Sie ist geprägt von unzähligen mutigen Frauen und Männer, die ihr Leben riskierten, um andere Leben zu retten und die Ereignisse des Genozids zu dokumentieren. Mit seinem überaus erhellenden Buch füllt Stephan Lehnstaedt eine wichtige Lücke im Verständnis der Zeit zwischen 1939 bis 1945 und kann somit als Standardwerk verstanden werden.

Axel Vits, Köln