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Autor
Kolbert, Elizabeth

Das sechste Sterben

Untertitel
Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt. Aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff
Beschreibung

Nie zuvor in der Geschichte der Erde hat es ein derartiges Massenaussterben gegeben wie in der jüngsten Zeit. Der alleinige Grund dafür: der Mensch. „Das sechste Sterben“ hilft verstehen, wie ernst und bedenklich die Lage ist.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Suhrkamp Verlag, 2015
Format
Gebunden
Seiten
312 Seiten
ISBN/EAN
9783518424810
Preis
24,95 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Elizabeth Kolbert war lange Journalistin für die New York Times und arbeitet heute als Reporterin für das Magazin The New Yorker, wo sie die Ressorts Politik und Ökologie betreut. Sie lebt in Williamstown, Massachusetts.

Zum Buch:

»Die Haushaltung der Natur ist so beschaffen, daß man noch kein Beispiel anführen kann, wo sie eine ihrer Tierarten aussterben oder irgendein Glied ihrer großen Kette so schwach gebildet hätte, daß es zerbrochen wäre.«
Thomas Jefferson, 1781

Heute weiß man, dass es in der Geschichte der Erde bereits mehrere sogenannte Massenextinktionen gegeben hat, mit denen jeweils ein drastischer Verlust an Artenvielfalt einherging. Insgesamt geht man von fünf aus. Das sechste hat nach Meinung vieler Experten bereits begonnen. Der Name, das Anthropozän, spricht dabei für sich, denn niemals in der Geschichte der Erde hat es in solch einer eher kurzen Periode derart eingreifende Prozesse gegeben, wie sie der Mensch verursacht hat, einzig durch sein Vorhandensein. Die Journalistin Elizabeth Kolbert hat sich über Monate hinweg mit Wissenschaftlern auf der ganzen Welt getroffen. Mit Ozeanforschern, Biologen, Geologen, mit Tierschützern und Botanikern, und was sie dort erfahren und gesehen hat, lässt den Schluss nahe, dass es längst 12 Uhr ist. Die Lage ist noch ernster als gedacht.

„Das sechste Sterben“ ist ein ausgesprochen spannend geschriebenes Buch, und es ist dem eher trockenen Stil der Autorin zu verdanken, dass man hin und wieder sogar ins Schmunzeln gerät, wenn sie z.B. von ihren Exkursionen in den brasilianischen Regenwald erzählt, wo sie die letzten zwei Exemplare einer bestimmten Froschart aufspüren wollte.

Aber sie vergisst dabei niemals das Mahnende, denn nur wer wirklich von den Eingriffen auf unserem Planeten weiß, der kann auch wirklich handeln. Ein, wie ich finde, äußerst wichtiges Buch zu dem Thema.

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln