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Alte Sorten

Autor
Arenz, Ewald

Alte Sorten

Untertitel
Roman
Beschreibung

An einem heißen Nachmittag Anfang September begegnen sie sich im Weinberg: Zwei Frauen, die Hilfe brauchen. Die eine, weil ihr Hänger mit einem Reifen in der Abzugsrinne des Wirtschaftsweges festsitzt. Die andere, weil sie wieder mal abgehauen ist und eine Bleibe für die Nacht sucht. Widerwillig hilft die Jüngere der Älteren, den Hänger aus der Rinne zu manövrieren. Und die Ältere bietet der Jüngeren an, bei ihr zu übernachten. Ein sehr ruhiger, tiefer, sich langsam vorantastender, ehrlicher Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
DuMont Buchverlag, 2019
Seiten
256
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-8321-8381-3
Preis
20,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Ewald Arenz, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.

Zum Buch:

An einem heißen Nachmittag Anfang September begegnen sie sich im Weinberg: Zwei Frauen, die Hilfe brauchen. Die eine, weil ihr Hänger mit einem Reifen in der Abzugsrinne des Wirtschaftsweges festsitzt. Die andere, weil sie wieder mal abgehauen ist und eine Bleibe für die Nacht sucht. Widerwillig hilft die Jüngere der Älteren, den Hänger aus der Rinne zu manövrieren. Und die Ältere bietet der Jüngeren an, bei ihr zu übernachten. Ein sehr ruhiger, tiefer, sich langsam vorantastender, ehrlicher Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.

Obwohl Sally auf der Flucht ist, bleibt sie länger als eine Nacht auf Liss‘ großem, stillen Hof. Irgendetwas hält sie dort. Vielleicht Liss‘ Gelassenheit: Die um fast 30 Jahre ältere Frau, die dort allein lebt, kommt der 17-Jährigen nie mit den dummen Fragen und gut gemeinten Ratschlägen wie der Rest der Erwachsenen, die sich in den letzten Jahren um Sally gekümmert haben. Endlich ein Mensch ohne diese angelernte Sozialpädagogenruhe. Im Wechsel von zögerlicher Annäherung und heftiger Abstoßung kommen die beiden Frauen einander näher. Man kann dabei zusehen, wie sich zwischen ihnen eine Freundschaft entwickelt. So wie man auf dem Land im September dabei zusehen kann, wie die Trauben und die Birnen reif werden.

Petersbirne, Margarete Marillat, Boscs Flaschenbirne, auch Kaiser-Alexander-Birne genannt: all diese alten Obstsorten wachsen neben Liss‘ Hof in ihrem verwilderten Garten, der so wunderschön und unberührt ist, dass es Sally dorthin zieht. Ausgerechnet hier wird sie gesehen, vom Falschen entdeckt, und dann kommt die Polizei mit Sallys Eltern auf den Hof. Sally finden sie nicht, aber Liss nehmen sie mit auf die Wache.

Das Leben dieser beiden Frauen, ihre Wunden und ihre Vergangenheit werden ebenso sichtbar wie die Sehnsucht nach Freiheit, die sie teilen. Arenz‘ Roman erzählt von Verständnis und großem Respekt und von dem heilenden Leben im Rhythmus der domestizierten Natur.

Susanne Rikl, München