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Autor
Wachsmann, Nikolaus

KL

Untertitel
Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager
Beschreibung

Das Buch „KL“ ist nicht nur eine der umfangreichsten Gesamtdarstellungen der Geschichte nationalsozialistischer Konzentrationslager, es ist die umfangreichste Gesamtdarstellung nationalsozialistischer Konzentrationslager überhaupt. Das Standardwerk, an dem niemand vorbeikommen wird, der sich mit diesem Kapitel gewissenhaft auseinandersetzen will.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Siedler Verlag, 2016
Format
Gebunden
Seiten
992 Seiten
ISBN/EAN
978-3-88680-827-4
Preis
39,99 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Nikolaus Wachsmann, geboren 1971 in München, absolvierte seine akademische Ausbildung in England, zunächst an der London School of Economics, dann in Cambridge. Neben anderen Auszeichnungen erhielt er 2001 den Fraenkel-Preis der Wiener Library und 2005 den Gladstone-Preis der Royal Historical Society. Wachsmann lehrt Neuere europäische Geschichte am Birkbeck College der University of London.

Zum Buch:

KL. Eigentlich logisch.

Jeder interessierte Leser, der sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus beschäftigt, wird zwangsläufig über die Vorliebe für Abkürzungen im Schriftverkehrt der NS-Beamten stolpern. Das Kürzel „Kripo“ ist ein Erbe, das überlebt hat. Aber dass die Abkürzung „KZ“, mit welchem jeder das Grauen an sich verbindet, eine „Erfindung“ der Nachkriegszeit ist, um dem schwächeren „KL“ eine tonale, schärfere Note zu verleihen, das war mir neu. Ebenso wie die Tatsache, dass es, noch vor der Gestapo, eine Gestapa gegeben hat. Selbst der Computer erkennt das Kürzel nicht an.

Zehn Jahre hat der Historiker Nikolaus Wachsmann an seiner Geschichte der Konzentrationslager gearbeitet. Als Ergebnis dieser gewaltigen Aufgabe liegt nun ein Standardwerk vor, welches in keiner Bibliothek unter der Rubrik Nationalsozialismus fehlen darf. Angefangen bei den ersten improvisierten Lagern, für deren Insassen man stillgelegte Lastkähne umzäunt sowie Hotels oder die Hinterzimmer billiger Kneipen beschlagnahmt hatte, führt die Geschichte bis hin zu den Arbeits- und Todeslagern, deren Namen – um mit Auschwitz, Dachau oder Ravensbrück nur die bekanntesten zu nennen – sich auf ewig in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Nicholas Wachsmann ist es gelungen, auf knapp 1000 Seiten eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte ans Licht zu bringen, ohne dass dabei allein jenes Grauen im Vordergrund steht, das man unmittelbar mit dem Thema Konzentrationslager verbindet. Eine, zugegeben, fast unmögliche Aufgabe, die dem Autor auf bemerkenswerte Weise gelungen ist.

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln