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Autor
Broodbank, Cyprian

Die Geburt der mediterranen Welt

Untertitel
Von den Anfängen bis zum klassischen Zeitalter. Aus dem Englischen von Klaus Binder und Bernd Leineweber.
Beschreibung

Der Palast von Knossos, die Zitadelle von Aleppo, die Tempelruinen von Kyrene im Nordosten Lybiens – all diese bekannten und beeindruckenden Bauwerke zeugen heute noch von dem schier unglaublichen kulturellen Glanz des Mittelmeerraums. Wie hat dieser Reichtum, diese Vielfalt gerade dort entstehen können? Broodbank, Professor für Archäologie in Cambridge, durchstreift 1,5 Millionen Jahre Frühgeschichte in den Landschaften, die sich von Gibraltar bis zur Levante, von der Großen Syrte bis zum Ende der Adria erstrecken. Und er erzählt die erstaunlichen Ergebnisse seiner Forschung auf so elegante und unterhaltsame Art und Weise, dass dieses Opus Magnum 2014 – ganz zu recht – in Großbritannien mit dem Preis für das beste historische Buch des Jahres ausgezeichnet worden ist.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Verlag C.H.Beck, 2018
Format
Gebunden
Seiten
952 Seiten
ISBN/EAN
978-3-406-71369-9
Preis
44,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Cyprian Broodbank ist Professor für Archäologie an University of Cambridge and director of the McDonald Institute for Archaeological Research.

Zum Buch:

Der Palast von Knossos, die Zitadelle von Aleppo, die Tempelruinen von Kyrene im Nordosten Lybiens – all diese bekannten und beeindruckenden Bauwerke zeugen heute noch von dem schier unglaublichen kulturellen Glanz des Mittelmeerraums. Wie hat dieser Reichtum, diese Vielfalt gerade dort entstehen können? Broodbank, Professor für Archäologie in Cambridge, durchstreift 1,5 Millionen Jahre Frühgeschichte in den Landschaften, die sich von Gibraltar bis zur Levante, von der Großen Syrte bis zum Ende der Adria erstrecken. Und er erzählt die erstaunlichen Ergebnisse seiner Forschung auf so elegante und unterhaltsame Art und Weise, dass dieses Opus Magnum 2014 – ganz zu recht – in Großbritannien mit dem Preis für das beste historische Buch des Jahres ausgezeichnet worden ist.

In Einbäumen wagten sich jene, die wir heute Barbaren nennen, hinaus in die Unendlichkeit des Meeres, das wie eine unüberwindbare Grenze vor ihnen lag. Von den ersten Siedlungen nach dem Vorbild der jeweiligen Herkunft über die Weiterentwicklung der Kunst, zur See zu fahren, bis zum bewussten Transport von Handelswaren und dem Ehrgeiz politischer Expansion reicht die Geschichte, die den überaus reichen Boden für die mediterrane Welt im klassischen Zeitalter bildet. Vieles davon klingt nicht unbekannt, aber in diesem Buch überraschen auf jeder Seite neue Entdeckungen, neue Methoden der Archäologie, neue Querverbindungen, die anhand von Materialien, Ikonographien oder entschlüsselten schriftlichen Zeugnissen nachweisbar werden.

Oft steht man bei Broodbank unmittelbar neben den Ausgrabungen, beobachtet die Entdeckung und Bergung von winzigen Keramikscheiben, die untersucht und in einen großen historischen Zusammenhang eingeordnet werden.

An die Stelle des Blicks auf einzelne Kulturen des Mittelmeers tritt dabei der Blick auf das Meer selbst als einem natürlichen Wegkreuz, das einen regen Austausch – und damit eine beständige gegenseitige Bereicherung der am Rand dieses Meeres Lebenden – über Jahrmillionen ermöglicht hat.

In dieser Hinsicht ist das umfassende, reiche, kulturhistorisch bedeutende Buch auch ein politisches. Denn ganz bewusst setzt Broodbank dem oftmals national gefärbten „Servierteller mit simplifizierenden Modellen der Kulturgeschichte“ einen „Bildteppich der Traditionen“ entgegen. 1,5 Millionen Jahre Frühgeschichte machen deutlich: Ohne den Austausch der Kulturen untereinander hätte ein so reiches klassisches Zeitalter nie entstehen können!

Susanne Rikl, München